Allianz: Verzehnfachung der Online-Werbespendings

September 19, 2010

Mein persönliches Highlight auf der dmexco 2010 war die Veranstaltung „The Media Debate: Future Media Map – shifting the budgets“ in der Debate Hall am 16.09.2010.

Dort gab Dr. Christian Deuringer, Head of Global Brand Management bei der Allianz, bekannt, dass die Allianz künftig 25 Prozent des Werbebudgets in Online investieren will – bislang waren es 2 bis 3 Prozent. Das entspricht ungefähr einer Verzehnfachung. Grund dafür sei, dass man die geänderte Mediennutzung der Kunden reflektieren müsse.

Weitere Teilnehmer der Diskussion waren: Manfred Kluge, CEO, Omnicon Media Group Germany; Thomas Wagner, Chairman and Managing Director, Seven One Media und Christoph Schuh, CEO Marketing & Sales, Tomorrow Focus. Moderiert wurde von Wolfram Kons.

Die Ankündigung von Dr. Christian Deuringer passt zum aktuellen OVK Online-Report, der ebenfalls zur dmexco veröffentlicht wurde.  

Demnach wird der deutsche Online-Werbemarkt 2010 um 19 Prozent  wachsen. Das kumulierte Gesamtmarktvolumen aus klassischer Online Display-Werbung, Suchwortmarketing und Affiliate entspräche dann einer Bruttosteigerung der Online-Werbung in Deutschland von 4,3 Milliarden EUR  in 2009 auf 5,1 Milliarden EUR in 2010.

Zum Vergrößen bitte anklicken

Der komplette OVK Online-Report 2010/02  ist als kostenloses PDF-Dokument erhältlich.

Quellen: dmexco, OVK Online-Report 2010/02

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Online-Portale & Online-Werbung

November 15, 2009

„Flaggschiffe im Netz. Potenziale und Optionen im Online-Portalgeschäft“ hieß eine Veranstaltung der Medientage München am 29.10.2009.

Einführung:
Michael Konitzer, Principal Consultant Ray Sono, München

Podiumsdiskussion:
Ralf Baumann, Senior Vice President Portal t-online.de, Deutsche Telekom, Products & Innovation, Darmstadt
Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media, München
Michael Konitzer, Principal Consultant Ray Sono, München
Christoph Schuh, Vorstand Marketing & Sales, Tomorrow Focus, München
Terry von Bibra, Geschäftsführer Yahoo! Deutschland & Vice President Advertising Marketplaces Yahoo! Europe, München

Moderation:
Dominik Grollmann, Chefredakteur Internet World Business, München

Zentrale Punkte:
Michael Konitzer zeigte in seiner Einführungs-Präsentation den Shift von der Provider-Zentrierung zur User-Zentrierung. Oder anders ausgedrückt: Ein Paradigmenwechsel  von der Medien-Zentrierung zur Ego-Zentrierung. Er zitiert den bekannten Satz „Wenn eine Nachricht wirklich wichtig ist, dann findet Sie den Weg zu mir“ und modifiziert ihn zu „Wenn ein Produkt attraktiv für mich ist, dann findet es den Weg zu mir.“.  

Weitere wichtige Eckpunkte seiner Präsentation: „Personal micro news“ sind ein wichtiger Trend. Das alte Anzeigenmodell hat ausgedient, d.h. das Top-down Prinzip fuktioniert nicht mehr. Aus Portalen werden künftig „Business Intelligence Portale“. Während der Podiumsdiskussion streut er die aus meiner Sicht entscheidende Bemerkung ein, dass Online auf niedrigen Niveau z.B. 20% gewinne, während Print auf hohem Niveau z.B. 20% verliere. Folge: Normale Werbeausgaben sinken und die Gelder fließen stärker in die eigenen Webpräsenzen der Unternehmen.

Ralf Baumann, der sich selbst als „Facebook addicted“ bezeichnet, erläutert, dass vor etwa drei Jahren 60% der T-Online Portal Nutzer über den Access der Telekom kamen. Heute seien es nur noch etwa 30%. Die hohe Reichweite sieht er als eine gute Basis für den Portal-Umbau. Seines Erachtens ist vieles zu früh für den Massemarkt. T-Online erreiche in diesem Zusammenhang nicht die „Front-Runner“. Bei T-Online sieht er selbst zwei Zielgruppen-Lücken: die ganz Jungen und die ganz Alten. Ein wichtiger Wunsch der User sei, das man lokaler werde. Deshalb ist das Thema IP-Targeting von hoher Bedeutung für T-Online. Ähnlich gilt das auch für Web-TV.

Matthias Ehrlich ist der Meinung das Social Media nicht der Killer von E-Mail ist – obwohl man das oft höre. Wichtig sei die hohe Nutzungsfrequenz von E-Mail. Für ihn ist die Frage bedeutet, wie man die Erlöse mit allen an der Wertschöpfung beteiligten Partner teilt.

Aus Sicht von Terry von Bibra ist Content sehr wichtig für das Online-Portalgeschäft. Christoph Schuh sieht gar ein Revival des Thema Contents. Wichtig ist vor allem qualitativer Content – der muss jedoch kein „redaktioneller Content“ sein, sondern kann von den Usern kommen.  Die Kombination einer vertrauten Marke zusammen mit „Stticky Content funktioniert – Beispiel focus.de. Die Kunst bestehe darin, den Content kostengünstiger als früher zu erzeugen. Das Thema Leistungsschutzrecht ist ihm ebenfalls wichtig. Interessant auch seine Aussage, das dieses Jahr focus.de profitabel produiziert wird. Für das mobile Internet ist für ihn der Nutzungsdurchbruch bereits vollzogen, wie er an der Nutzung von focus.de sehen kann.

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